WETTBEWERB & STUDIEN

SA Papierfabrik Ost, Zwingen

Bauherrschaft:  Einwohnergemeinde Zwingen und Barko Immobau AG, Sursee
Programm: Wohnen, Gewerbe
Zeitraum: 2024

Neues Wohnen auf dem ehemaligen Papieri-Areal
Das neue Wohnquartier auf dem Gelände der ehemaligen Papierfabrik Zwingen versteht sich als lebendige Brücke zwischen der historischen Schlossanlage, dem bereits realisierten West-Areal und den dörflichen Strukturen — ein Ensemble, das die Industriegeschichte des Ortes würdigt und zugleich eine moderne, identitätsstiftende Quartiersstruktur bildet.

Städtebau & Setzung
Die zentrale Erschliessungsachse, die Schlossgasse, wird als räumliches Rückgrat fortgeführt und bildet durch abgestufte Raumsequenzen den Übergang zur Landschaft. Die Neubauten orientieren sich in Höhe und Tiefe an der Morphologie der historischen Fabrikhallen. Das erhaltene Lagergebäude wird durch einen neuen Lichthof erlebbar gemacht, der die denkmalgeschützte Tragstruktur zeigt; der markante Sichtbacksteinkamin wird als sozialer Treffpunkt beim geplanten Café reaktiviert.

Architektur & Hülle
Der architektonische Ausdruck der Neubauten reflektiert die industrielle Vergangenheit durch eine klare, rhythmische Formensprache. Risalitartige Vor- und Rücksprünge, stehende Fensterproportionen und Faserzementplatten betonen die vertikale Struktur; durchlaufende Gesimse und ausladende Dachtraufen balancieren diese horizontal aus. Die Farbgebung in Grüntönen lässt die Bauten harmonisch in die umgebende Natur übergehen. Die Hybridbauweise mit Holz als Primärstruktur, hinterlüfteten Fassaden aus Faserzement und behandeltem Holz sowie aussenliegenden Textilmarkisen garantiert Robustheit und Langlebigkeit. Begrünte Flachdächer und PV-Module erfüllen die MINERGIE-P-Standards und die Ziele des SIA-Effizienzpfads Energie 2040.

Freiraum & Landschaft
Die einzigartige Lage in der Auenlandschaft der Birs und des Birskanals prägt die Freiraumgestaltung. Im Herzen des Quartiers bildet eine breite, baumbestandene Halle das grüne Rückgrat — bepflanzt mit einheimischen Pappeln und Birken als Reminiszenz an die Papierproduktion. Begegnungszonen mit Tempo 20, ein wasserdurchlässiges Wegenetz und naturnahe Uferbepflanzung fördern Biodiversität und Begegnung gleichermassen. Retentionsmulden und helle Beläge tragen zur Verdunstungskühlung und zum Schutz vor Überflutung bei.

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